RSG Olympiapark München e.V.
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Die Geschichte der RSG

Die “Wurzeln” der RSG

Die Rad Sport Gemeinschaft Olympiapark München e.V. ging 1976 aus den beiden traditionsreichen Münchner Radsport-Vereinen RRC München-Ost 1889 e.V. und dem RSV München-Laim e.V. von 1902 hervor. Die Geschichte der RSG geht also bis auf das Jahr 1889 zurück, in der der Männer-Radfahrer-Club München e.V. gegründet wurde. In dieser über 110-jährigen Geschichte hat die RSG selbst also auch schon über 25 Jahre Bestand.

Nachstehende Auszüge aus den Vereins-Chroniken sind zugleich ein Rückblick in der Radsportgeschichte aus Münchner Sicht.

RRC München-Ost 1889 e.V.

Im November 1889 gründeten 12 Mitglieder den Männer-Radfahrer-Club München von 1889.

Zu dieser Zeit bestanden in München über ein Dutzend Radsportvereine, darunter auch der vermutlich älteste Radfahrerverein der Welt, nämlich der Münchener Velociped-Club von 1864.

Der Verein stand zweimal vor dem Nichts und nur der Liebe zum Radsport einiger Idealisten ist es zu danken, daß der Verein immer wieder aktiv werden konnte. Zwei Weltkriege vernichteten leider unersetzliche Vereins-Unterlagen.

1923 wurde der Name des Vereins in Männer-Radfahrer-Club Diamant München von 1889 geändert. Aus dieser Zeit sind uns auch große Erfolge von Vereinsmitgliedern bekannt. So gewann Otto Schmeicher 1923 das noch vor einigen Jahrzehnten bekannte Rennen “Quer durch’s Bayerische Hochland”. Auch die Fahrer Toni Weingartner, Reinbacher Simmerl, Glaser Gogge, A. Reitberger und Sepp Schleinkofer waren über die Grenzen ihrer Heimat hinaus bekannt. Alois Kafler konnte im gleichen Jahr die “Münchner Straßenmeisterschaft” für sich entschieden. 1928 war für den Verein auch im Mannschaftssport sehr erfolgreich. Konnten doch die Fahrer Reitberger/Kemeter/Forster/Gabler “Münchner Meister” im 100-km-Mannschaftsfahren auf der Straße werden. Vorstand Matth. Roth hatte mit seiner Mannschaft große Freude. Sie gewann 1929 und 1930 die “BRMV-Meisterschaft” im Mannschaftsfahren.

Der Verein erhielt nun den Namen “Männer-Radfahrer-Club Brennabor München von 1889”. 1931 gelang Heinz Plank mit dem Sieg bei der “BRMV-Meisterschaft” im Einer-Straßenfahren ein weiterer großer Wurf.

Am 12. Juli erfolgte der Zusammenschluß mit dem RC München-Ost von 1913. Dieser Verein war bis dahin dem BRV angeschlossen. Die Fahrer Hans Fischer, Wiggerl Groß, Hias Huber, Bebi Fischer, Otto Hotz, Wiggerl Busch, Franz und Thomas Bauer, Zeindl, Gruber, Steinberger, Re, Stieglmeier, Biebl, Schuyer, Wegscheider und Neumeier hatten dafür gesorgt, daß der Verein in Radsportkreisen bestens bekannt war. Gewannen sie doch 1928 die “Staffettenfahrt” des BRV sowie 1928 und 1929 die “BRVMeisterschaft” im Vereins-Mannschaftsfahren auf der Straße.

Die Vereinigung erhielt den Namen: “Rad-Renn-Club München-Ost 1889”. Für Vorstand Kaspar Geiger war es oft nicht leicht, die anfänglichen Schwierigkeiten zu überwinden. Zu den bereits genannten Fahrern kamen im Laufe der Zeit noch Alois Eichinger, Wiggerl Stredl, Jakob Hupfauer, Martin Gaigl, Franz Pirner und Sepp Liebl. Die Fahrer Liebl und Pirner waren es dann, die unseren Verein in ganz Deutschland vertraten. Sepp Liebl gewann 1939 “Rund um Frankfurt”, “Rund um Stuttgart” und 1940 “Rund um Berlin” und das “Karl-Banns-Rennen” in Hamburg. Darüber hinaus belegte er ca. 50mal die Plätze 2-5 bei Straßenrennen.

Im Jahre 1949 waren es Sepp Glas, Edi Wolf, Otto Koch, Ludwig Hagele und Franz Huber, die mit dem Wiederaufbau des Vereins begannen. Das Fazit der ersten Bestandsaufnahme war trostlos. Es waren lediglich die Standarten und einige Pokale gerettet worden. Die Mitglieder waren in aller Winde zerstreut. Nach und nach fanden sich jedoch einige der alten Garde und man konnte sich wieder nach Fahrern umsehen. Die ersten Gehversuche waren sehr schwer und es gab immer wieder Rückschläge. Erste Erfolge gelangen den Fahrern Glasl, Schneidhuber, Kirchhammer, Bunz und Gjlek. 1952 war es dann Norbert Gregory der mit einem Sieg bei “Rund um Schwaben” und mehreren guten Plätzen, seine Kameraden Wiesmann, Zinner und Sämmer mitriß. In den folgenden Jahren waren es die Fahrer Willi Meier, Fred Stauffer, Alfred Preimesser, Hans Weingartner, Albert Bründl, Hermann Moncher, später dann Mandi Petzinger und Werner Michel, welche für den Verein Plätze erringen konnten. Man wollte jedoch eine breitere sportliche Basis.

Der gut geführte Verein mit über 50 Mitgliedern wollte durch Konzentration der Kräfte in der Münchner Radsportszene neue Akzente setzen. So kam es zu vorbereitenden Gesprächen mit dem RSV München-Laim und zur späteren Fusion.

RSV München-Laim e.V. von 1902

Am 27. März 1902 wurde der Verein “Auf geht’s München-Laim” gegründet und Sebastian Fink zum ersten Vorstand gewählt. In den ersten Jahren wurde hauptsächlich die Geselligkeit gepflegt und es fanden regelmäßig Radwanderungen statt. Natürlich sind auch die Kriegsjahre 1914–18 sowie die anschließenden Jahre nicht spurlos an dem Verein vorübergegangen, jedoch das Vereinsleben wurde selbst in diesen Jahren nicht vernachlässigt. Der Verein vergrößerte sich ständig und der Wettkampfsport rückte immer mehr in den Vordergrund. Beim 25jährigen Vereinsjubiläum fand ein Korso mit Hunderten von Beteiligten statt. Ehrengäste in geschmückten Kutschen und eine stattliche Anzahl von Radsportfreunden fuhren unter grünen Triumphbögen hindurch, wie sie heute nur noch die Eingänge des Oktoberfestes kennt. Namen wie Jakob Kellner, Jakob Rehm, Ludwig Lingenfelder, Georg Nagele, Karl Baumann, Ludwig Schlögel und Ludwig Zick sorgten in den dreißiger Jahren dafür, daß der Verein eine Radsporthochburg in Oberbayern war. Am 31. Juli 1936 wurde aus dem Verein “Auf geht’s” und dem Nachbarverein “Die Bayern” der RSV München-Laim 1902 e.V. gegründet.

Zahlreiche Veranstaltungen sorgten dafür, daß der RSV München-Laim im Laufe seiner wechselvollen Geschichte weit über die bayerischen Grenzen hinaus bekannt wurde. Besonders der damalige Sportleiter, Jacob Kellner, belebte die bayerische Radsportszene mit Straßenrennen und Bahnrennen. Er schuf z.B. den Rad-Klassiker IWIS-Ketten-Straßenpreis für Amateure. Aber auch Profi-Veranstaltungen, zusammen mit dem Radsport-Mäzen Jakob Baumann, wurden durchgeführt. Die Beiden holten sogar das Radsport-Idol Fausto Coppi nach München zu einem Rennen am Marsplatz. Eine stattliche Anzahl von Ehrenpreisen beweist, daß die Fahrer Müller, Seitz, Bär, Schott, Karkowski, Mügler, Eidenberger, Kuglbauer, Ehrmanntraut, Bäumler, Hofmann, Mauerer, Rumpf, Liebl, Festl, Unterkirchner, Gütinger, Zebisch, Heine, Hornig, Wintz, Rauser jr., Linke, Pölking, Groll usw. bei zahlreichen bedeutenden Bahn-, Straßen- und Rundstreckenrennen erfolgreich waren. Die XX. Olympischen Spiele von München und neue Sportstätten brachten die seinerzeitige Vereinsführung dazu, sich mit den Mitgliedern sowie Förderer Stadtrat J. Baumann und Dir. Göhner für eine Fusionierung mit dem RRC München-Ost einstimmig zu entscheiden. So konnten zwei geordnete Vereine mit der neugegründeten RSG Olympiapark e.V. ab 1976 neue Wege gehen.

Vereinsportrait der RSG Olympiapark München e.V.

Nur einige Wenige wissen, daß es Radsport in München gab, schon lange ehe Fußball populär wurde. Einschlägige Literatur beweist, daß auf der längst vergessenen Radrennbahn in Milbertshofen als “Pausenfüller” einer von ca. 40.000(!) Zuschauer besuchten Bahnveranstaltung ein aus England importiertes Ballspiel, der heute so populäre Fußball, gezeigt wurde. Um die Jahrhundertwende entstanden in München eine ganze Reihe von Radsportvereinen, deren Athleten, auf einer Reihe von inzwischen nicht mehr existierenden Rennbahnen, für heutige Vorstellungen kaum glaubhafte Leistungen, erbracht haben. Aus jenen Jahren existierten bis in die heutige Zeit zwei Radsportvereine - der RRC München-Ost und der RSV München-Laim, die sich 1976 zur “RSG Olympiapark” zusammengeschlossen haben. Trotz vorhandener bester Vereinstradition hatten die Verantwortlichen erkannt, daß in unserer modernen Zeit eine Konzentration der Kräfte wohl der richtige Weg ist. Die nacholympische Nutzung der Sportstätten war eines der wichtigsten Ziele. Die Verantwortlichen hatten sich 1976 vorgenommen, die Nachwuchsarbeit zu forcieren, eigene Sportler an die bayerische und deutsche Spitze heranzuführen, Kampfrichter heranzubilden und Veranstaltungen auf Bahn und Straße durchzuführen. Diese Ziele konnten von der ersten Stunde an verwirklicht werden. So wurden mehrere Deutsche Meisterschaften eigenverantwortlich durchgeführt und bei Europa- und Weltmeisterschaften Mitarbeiter gestellt. Die tragende Mitarbeit in der MRG hat dafür gesorgt, daß sich im Olympia-Radstadion stets die Räder drehen konnten. Traditionelle Straßen- und Rundstreckenrennen trugen der RSG den Ruf eines guten Veranstalters ein.

Die RSG war und ist während ihres Bestehens stets dabei, der modernen Entwicklung und Konzentration Raum zu geben und auch die Breitensport-Ideen zu fördern.

Die Bemühungen galten zunächst dem allgemeinen Radrennsport auf Straße und Rennbahn. Hier sorgten in den abgelaufenen Jahren Fahrer wie Klingspon, Pienzenöller, Schmidt, Zachenhuber, Klimaschka, Hoose, Fischer, Molinski, Janosic, Beck, Hornig, Wagner, Seidl, Rauser, Lechl, Heine, Zebisch, Teply, Hinterholzer, Schröpfer, Goldschagg, Christl, Enhuber, Magel, Schumann, Weiß u. A. dafür daß der Name ihres Vereins weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt wurde.

Vier Deutsche Meisterschaften auf der Bahn und Straße (Chr. Goldschagg), drei Deutsche Vice-Meister sowie zahlreiche Obb. und Bayer. Titel in allen Radsportdisziplinen konnten errungen werden. Besonderer Wert wird bei der RSG immer auf die Jugendarbeit gelegt, um die Kontinuität in der Leistung zu wahren.

Seit 1986 folgt die RSG auch dem Trend, durch Sportgruppen den Spitzensportlern bestmögliche Hilfe zu gewähren. Götz Heine hatte mit Unterstützung von Kanne-Brottrunk und dem Ausrüster IKO-Rosenheim einen ersten Versuch gewagt, der in der Nominierung von Ernst Christl zur WM 86 gipfelte. Von den Amateuren ins Profi-Lager wechselten - mit Erfolg - die Fahrer Stefan Schröpfer und Christian Goldschagg, die unsere Farben bei der WM vertreten und außerdem zu beliebten 6-Tage-Fahrern avancierten.

Für den Breitensportaspekt sorgt eine starke Touristik-Abteilung. Hier treffen sich weibliche und männliche Radsportler zum gemeinsamen Training. Mehr-Tages-Fahrten von den Ostalpen bis zu den Pyrenäen werden durchgeführt. Es gibt kaum einen Paß oder berühmten Anstieg, der nicht schon überwunden wurde. Städte-Partner-Fahrten per Rennrad nach Bordeaux und Verona brachten sportliche und gesellschaftliche Höhepunkte. Weiter gab es einen Dolomiti-Giro, eine Tour Genf-Nizza sowie eine Schwarzwald-Jura-Rundfahrt, ...

Die Ziele für die Zukunft lauten: Offen sein für alle Radsport-Interessenten, Weiterbildung der Mitarbeiter, Durchführung von Veranstaltungen, Heranführung junger Sportler und Sportlerinnen an den Leistungssport. Bestmögliche Unterstützung von Spitzensportlern.

Erfolge im nationalen und internationalen Radsport

2001 EM Bahn Brünn (CZE) Frauen 3000m EinVerf 4. K. Reichenberger
        Punktefahren 11. K. Reichenberger
  DM Bahn Augsburg Junioren 4000m MannVerf 3. Thomas Höß
1999 WM Bahn Athen (GRE) Juniorinnen 2000m EiZeiFa 7. K. Reichenberger
  EM Bahn Dalmine (ITA) U23 Punktefahren 10. Daniel Palicki
        2er-Mannschaft 5. Daniel Palicki
  DM Bahn Stuttgart Juniorinnen 2000m EiZeiFa 2. K. Reichenberger
  DM Straße Bergheim Juniorinnen Einzelzeitfahren 3. K. Reichenberger
      Jugend 4er-Mannschaft 2. S. Heimkreitner
1998 WM Bahn Havanna Junioren 4000m MannVerf 1. Daniel Palicki
        3000m EinVerf 2. Daniel Palicki
      Juniorinnen 2000m EinVerf 5. K. Reichenberger
        Punktefahren 6. K. Reichenberger
  DM Bahn Cottbus Juniorinnen 2000m EinVerf 1. K. Reichenberger
      Junioren 1000m EiZeiFa 3. Daniel Palicki
  DM Straße Forst Juniorinnen Paarzeitfahren 2. K. Reichenberger
        Einzelzeitfahren 3. K. Reichenberger
1997 DM Bahn Frankfurt (O) Jugend (w) Sprint 2. K. Reichenberger
        Punktefahren 3. K. Reichenberger
1996 DM Bahn Solingen Junioren Olymp. Sprint 2. B. Böhner
        4000m MannVerf 3. B. Böhner
      Jugend (w) Sprint 3. K. Reichenberger
1995 DM Bahn   Junioren 4000m MannVerf 3. Bernhard Nitsche
        Punktefahren 3. Bernhard Nitsche
1988 WM BMX       1. Bohnenstengel
1986 Christian Goldschagg 6x DM (Bahn & Straße), Vize-WM Bahn
1982 DM 4er Mannschaft Berlin Junioren 2. Christl, Fischer, Seidel, Wagner
1952 Norbert Gregory Rund um Schwaben
1940 Sepp Liebl Rund um Berlin
    Karl-Banns-Rennen (Hamburg)
1939 Sepp Liebl Rund um Frankfurt
    Rund um Stuttgart
1931 Heinz Plank BRMV-Meisterschaft / 1er Straßenfahren
1930 Reitb./Kem./For./Gabl. BRMV-Meisterschaft / Mannschaftsfahren
1929 Reitb./Kem./For./Gabl. BRMV-Meisterschaft / Mannschaftsfahren
    BRV Meisterschaft Mannschaftsfahren Straße
1928 Reitb./Kem./For./Gabl. Münchner Meister / 100km Mannschaftsf. / Straße
    BRV Meisterschaft Mannschaftsfahren Straße
    BRV Staffettenfahrt
1923 Alois Kafler Münchner Straßenmeisterschaft
  Otto Schmeicher Quer durch's Bayerische Hochland